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s.dinter

leeres Blatt

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21

Donnerstag, 14. Februar 2008, 18:34

@christian: das ist die serie Die Kleinen Mutterficker, die ich mit meinen Brüdern Matthias und Jan mache. Ich link mal frech auf amazon: http://www.amazon.de/Die-kleinen-Mutterf…03009658&sr=8-1

die grundregel für professionelles comiczeichnen und - ganz besonders - fürs illustrieren ist, dass du zuverlässig sein musst (und teils ziemlich schnell :) ). wenn du einem auftraggeber etwas zugesagt hast, dann musst du es auch halten. natürlich darf der kunde nicht von dir erwarten, dass du auf einmal einen komplett anderen stil beherrscht, als den, den er aus deinem portfolio kennt. aber du musst dich in deinem stil einfach voll reinhängen, und bei jedem auftrag wieder 100% dabei sein. und teilweise dein ego recht weit nach hinten stellen. bei illustrationen muss das endergebnis dem kunden gefallen, nicht dir. im besten fall gefällt es euch beiden, das gibt es zum glück oft genug.

bei meinen eigenen comics habe ich gemerkt, dass eine meiner grundregeln ist: nach vorne schauen. man ist ja manchmal versucht, eine seite so oft nochmal zu zeichnen, bis man sie perfekt findet. ich fange lieber die nächste seite an - in der zeit, in der ich versuche, eine perfekte seite zu zeichnen, kann ich 4 weitere seiten meiner geschichte erzählen - und höchstwahrscheinlich werden die meisten leute das, was ich als unperfekt sehe, überhaupt nicht bemerken.

andere grundregel bei comics: mit einem comic gehst du einen vertrag mit dem leser ein. du versicherst dem leser, dass du ihm eine geschichte erzählen wirst, die ihn für die dauer des lesens unterhält. also: denk an die geschichte! die schönste zeichnung rettet eine schwache geschichte nicht, sie kann höchstens drüber wegtäuschen. es lohnt sich z.b., mal in bücher übers drehbuchschreiben reinzuschauen. überleg dir, wie du den leser in die geschichte hineinziehen kannst. frag dich, was an der geschichte nur für dich verständlich ist, und ob es für die geschichte wichtig ist, oder ob du es besser weglässt, weil es den leser evtl. nur verwirrt.

die wichtigste grundregel für deine eigenen comics: wenn du keinen spaß dabei hast, hör auf damit. das ist ein sicheres zeichen, dass deine geschichte gar nicht funktioniert :)

...und ich dachte erst, ich hätte zu der frage fast nichts zu sagen :D

christian

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22

Donnerstag, 14. Februar 2008, 18:46

Woah Danke für die lange Antwort! :)

Das Cover gefällt mir schonmal, mal sehen ob der Buchhandel meines Vertrauens dieses Werk besitzt oder ob ich den Thalia aufsuchen muss (wo nur das Mädchen an der Kasse mein Vertrauen besitzt :D).

Du hast irgendwo von Schnelligkeit geredet: Wie lang hat man denn durchschnittlich für so einen durchschnittlichen Auftrag Zeit? :D


Ich persönlich bin ja derzeit unsicher was ich später machen will. Eigentlich hab ich vor, Animation zu studieren, dafür fühl ich mich aber zu schlecht. :) (Ich will allerdings später irgendwas kreatives machen, in dem ich auch zumindest zwischendurch eigene Freiheiten besitze und auch mal machen kann, worauf ich Lust hab.)

Hast du irgendwelche Tipps zur Berufs-/Studienwahl in künstlerischen kreativen Bereichen?

(Solange niemand anderes frägt, frag ich einfach mal drauf los ;) )

s.dinter

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23

Donnerstag, 14. Februar 2008, 20:22

@christian: der buchhandel deines vertrauens kann es auf jeden fall bestellen, wenn du ihm die isbn aus dem amazon-link gibst :)

zur geschwindigkeit: das kommt, wie immer, drauf an. und zwar darauf, wieviel zeit für das gesamte projekt ist. beispiel: für "theo & leo im turm", einen kindercomic mit rätselseiten für den bahnhofsturm in stuttgart (ein schulferienspecial) hatten christopher tauber und ich 3 wochen zeit. das sind 8 seiten din a5 comic, inklusive story, komplett farbig, und 8 seiten rätselfragen mit illustrationen in schwarz-weiss. in den 3 wochen mussten natürlich die storyidee und die charaktere entwickelt werden, mit den marketingleuten vom turm abgestimmt werden, dann alle seiten skizziert und wieder abgestimmt werden, dann alles reingezeichnet und schlusskorrigiert werden, dann druckfertig aufbereitet werden. zum zeichnen des comics bleiben bei dem ganzen (und ganz normalen) hin und her dann effektiv vielleicht noch 5 tage. und da die 8 seiten gut aussehen sollen, muss man sich da schon ranhalten. das gibt's natürlich auch in enger: für das fanta4-cover & booklet hatten wir 12 tage zeit für 13 komplett gemalte und im computer überarbeitete illustrationen. inklusive aller skizzen, abstimmungen etc. pp.

am besten findest du heraus, wie lange du für eine wirklich gute seite brauchst. eine, die dir gefällt. das gibt dir einen grundmassstab. wenn du 2 tage für eine seite brauchst, und ein kunde von dir 6 seiten in 8 tagen haben will, wird das kaum gehen. wenn er aber 6 seiten in 10 tagen haben will, solltest du dir ganz genau überlegen, ob du nicht 2 tage früher als normal fertig sein kannst, wenn du dich wirklich reinhängst. wahrscheinlich geht es. so viel schneller könnte gehen.

und die faustregel für den durchschnittlichen job: gestern abegegeben ist zwei tage zu spät :D nee, wirklich. seitdem alle dsl haben, denken viele auftraggeber, dass gestaltung so schnell funktioniert wie übertragung...

schule & beruf: erstmal - mach grundsätzlich den höchsten schulabschluss, den du erreichen kannst. da kannst du grundsätzlich nicht falsch liegen. ich habe grafik-design mit schwerpunkt illustration studiert, an einer fachhochschule. das hatte den vorteil, dass ich nicht nur illustration und comics gelernt habe, sondern auch noch sehr interessante sachen wie typografie und konzeption, die mir im endeffekt ein größeres verständnis von illustration gegeben haben. was ich damit sagen will: wenn du dir nicht 100% sicher bist, was genau du später einmal werden willst, spezialisiere dich einfach später. dazu hast du immer noch zeit. ein studium, dass dir neben dingen, die dich sowieso interessieren, auch noch themen behandelt, die du noch gar nicht gekannt hast, kann dir viele möglichkeiten eröffnen. wär ja möglich gewesen, dass ich auch ein guter typograph geworden wäre (bin ich aber nicht, es war ne qual :) ). und: wenn du irgendwo ein praktikum in einem bereich kriegen kannst, der dich interessiert, dann greif zu. da kannst du jede menge angewandtes lernen und festsellen, ob dir ein berufszweig liegt oder nicht.

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24

Donnerstag, 14. Februar 2008, 20:42

So, jetzt hab ich mal ne Frage: Ich habe mich schon immer gefragt, was man so besonderes lernt, wenn man Illustration, Typographie und son Kram studiert. Kannst du irgendwas überzeugendes nennen, was man da in puncto Gestaltung lernt?

25

Donnerstag, 14. Februar 2008, 21:09

hi stefan,

ich wollt mal sagen, dass ich die mutterficker sehr gut gezeichnet finde, ich mag deinen stil, dass die story (hab auf amazon mal die lesevorschau durchgeklickt) mich gar nicht anspricht :D!

also zwei fragen:

----was für werkzeuge benutzt du?

----auf amazon stand irgendwas davon, dass des als persiflage auf die heutige jugend gedacht ist, stimmt das?

s.dinter

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26

Donnerstag, 14. Februar 2008, 21:53

hallo obi wan, das ist eine etwas knifflige frage, da in einem gestaltungsstudium vieles, was man lernt, davon abhängt, wie man selbst beim lernen vorgeht, da ein großer teil deines studiums von dir selbst strukturiert wird. ohne zu platt oder esoterisch klingen zu wollen: eine großer teil deines studiums besteht daraus, zu lernen, wie man lernt. und das hilft dir den rest deines beruflichen lebens.

aber um etwas spezifischer zu werden: ich habe angefangen, zu studieren, weil ich festgestellt habe, dass ich immer länger brauchte, um zeichnerisch besser zu werden. ich war mit meinem selbst-lernen an eine grenze gestossen. ich war schon ziemlich gut, aber der schritt von ziemlich gut zu sehr gut war viel weiter, als der schritt von ganz okay zu ziemlich gut, falls ich mich klar genug ausdrücke. im studium habe ich vieles schneller kapiert und umsetzen können, es war eine abkürzung. und zwar deshalb, weil ich im schwerpunkt mit 6 anderen motivierten illustudenten sass, die, jeder für sich, einen anderen stil und eine andere technik hatten. und wir haben uns unsere techniken gegenseitig abgeschaut. und uns gegenseitig beigebracht. bei einem gestaltungsstudium lernst du jede menge von den anderen studenten. gleichzeitig musst du deine arbeiten vor deinem professor vertreten, und auf einmal sehr viel härtere (und objektivere) kritik hinnehmen, als die deiner freunde und bekannten. daran kann man unschätzbar viel lernen.

der bereich konzeption hat mir insofern viel gebracht, als ich dort kommunikative strukturen genauer kennengelernt habe - das hilft beim geschichtenerzählen. und in typografie hat es mir einiges gebracht, über rastersysteme nachzudenken (comicseiten haben ja ein sehr starkes raster), und ich konnte mir über mein lettering genauere gedanken machen.

ausserdem habe ich jede menge sachen wie drucktechnik (superwichtig für comics und illustration), erzählen im film, kunstgeschichte und recht als vorlesung oder projekt gehabt - das kann man alles anwenden.

ich würde nicht behaupten wollen, dass ein studium für jeden etwas bringt, jede menge leute kommen als autodidakten genau so gut voran. aber für mich war es wichtig und richtig - und abgesehen davon eine spitzen-zeit, in der ich noch nicht direkt mit kunden arbeiten musste, dafür aber eine menge parties mit den anderen studenten feiern konnte :D

s.dinter

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27

Donnerstag, 14. Februar 2008, 22:10

hallo herge, ich versteh dich richtig: die zeichnungen gefallen dir, aber die story nicht? schade :( aber macht ja nix, 50% treffer sind nicht ganz schlecht :) zu deinen fragen:

- ich mache meine vorzeichnungen mit einem PENTEL P207 druckbleistift, 0,7 mm stark, in den ich die PENTEL BLUE blauen druckbleistiftminen fülle. habe also eine blaue vorzeichnung, um mir das radieren zu sparen - dazu gibt's ja auch threads hier im forum. ich arbeite auf ca. din a3, die seiten werden also für den druck um 70% verkleinert. papier: ich mag ein nicht ganz glattes, früher war das das SCHOELLERHAMMER DUREX, das gibt#s aber nicht mehr, jetzt benutze ich STRATHMORE Bristolkarton, die 400er-Serie, in ca. 300 gr/qm. ich mag dickeres papier für meine reinzeichnungen :) panelbegrenzungen ziehe ich normalerweise mit einem DELETER NEOPIKO LINE in 1 mm stärke, früher hatte ich einen fineliner von COPIC dafür, bei dem hielt die spitze aber nicht so lange. bei den MuFis sind die begrenzungen aber mit nem fetten STAEDTLER LUMOCOLOR PERMANENT COMPACT gezogen. zum tuschen benutze ich (auch für die sprechblasen) entweder einen marderhaar-aquarellpinsel, stärke 2, mit SCRIBTOL-tusche, oder den PENTEL GFKP BRUSH PEN, der hat patronen. dazu habe ich noch Neopikos von 0,05 bis 0,8 mm stärke, kann man immer mal brauchen. und momentan nutze ich für schnelle, gleichbleibende linien auch gerne den PILOT G-1 GEL PEN 0,5mm, eine art kuli mit sehr dunkler tinte. am ende mache ich korrekturen mit deckweiss, mein lieblingsprodukt ist DR. PH. MARTEN'S BLEED PROOF WHITE. und ohne mein 30cm-geodreieck und 50cm-lineal würde gar nichts gehen :) ich glaub, das war's so ziemlich. im allgemeinen probier ich so ziemlich jeden stift aus, den ich finde, papier genau so. hat eine ganze weile gedauert, bis ich meine lieblingswerkzeuge hatte...

- die MuFis sehe ich weniger als eine persiflage auf die heutige jugend, als eine persiflage auf meine jugend. in einem gewissen alter hat man eine gesunde selbstüberschätzung, die für ältere sehr lustig wirken kann. funktioniert auch, wenn man auf sich selbst zurückschaut :) aber wir haben es in die heutige zeit getan, weil wir sonst nen geschichtscomic gemacht hätten :D

s.dinter

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28

Donnerstag, 14. Februar 2008, 22:12

ich meld mich ab für heute - aber fragt ruhig weiter, ich werde eure fragen gleich morgen vormittag beantworten!

vielen dank erstmal, das waren alles sehr interessante fragen. ich hoffe, ihr könnt mit den antworten etwas anfangen!

christian

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29

Donnerstag, 14. Februar 2008, 23:29

Können wir. Ich zumindest :D

Morgen (oder nachher) frag ich weiter :)

Karl

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30

Freitag, 15. Februar 2008, 00:05

Ich muß zugeben, daß ich deine Sachen schon in der Hand hatte, ich aber bis jetzt nicht diesen Muß-Haben-Drang (den ich z.b. beim Herrn Hase sofort verspürt habe) hatte.

Nun meine Frage: Mußtest du in der Anfangszeit auch Jobs machen, die nichts mit dem Zeichnen zu tun hatten und auch nicht lustig waren? Oder bist du da so nach und nach hineingewachsen, daß das Verdiente immer für die Bedürfnisse gereicht hat?
Wer regelmäßig vorbeischaut, wird beinahe jede Woche (wenn sichs ausgeht) mit einem frischen Cartoon belohnt!


s.dinter

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31

Freitag, 15. Februar 2008, 09:34

moin, karl,

...na, dann will ich mal hoffen, dass der muss-haben-drang bei dir bald einsetzt :D

ich hatte das glück, dass die meisten jobs, die ich vor dem einstieg ins professionelle leben hatte, irgendwo im gestalterischen bereich waren, selbst wenn sie nichts direkt mit zeichnen zu tun hatten. bis auf die abendschichten in der unterhosenverpackung bei schiesser :D . ich habe ein halbes jahr bei einer firma gearbeitet, die wohnmobile umbaut - da habe ich den verkaufsraum mitgestalten können und das layout für den katalog gemacht (aber auch aufgeräumt und versand erledigt und so was langweiliges...). ich habe vor dem studium eine weile am universitätstheater und am stadttheater konstanz an bühnenbildern mitgearbeitet. habe nach dem studium noch ein semester als assistent in der siebdruckerei der merz akademie gearbeitet (und da viel über repro- und drucktechniken gelernt). und unser prof hat immer wieder reale projekte angeleiert, von der logogestaltung für immobilienunternehmen bis zur illustration von sachbüchern.

allerdings habe ich im ersten jahr meiner "selbstständigkeit" insgesamt gerade mal 2500 dm verdient... und bin nochmal zu meinen eltern in mein jugendzimmer zurückgezogen :( . dann ging's aber bald besser.

Karl

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32

Freitag, 15. Februar 2008, 10:49

Moin Stefan!
Das mit der Unterhosenverpackung hat mir wieder Mut gemacht... :D

Der Muß-Haben-Drang wird bei mir momentan durch die Ebbe im Börsel überdeckt.

Warum hast du eigentlich keine Homepage? Ich weiß, früher hatten die Zeichner auch keine und es ging, aber ist man da heutzutage nicht ein bißchen gehandicapt?
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s.dinter

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Freitag, 15. Februar 2008, 11:00

@karl: da hast du recht, das ist ein riesen-handicap! ich muss zugeben, dass ich schon längst eine hp haben sollte, mindestens seit 5 jahren. das ist so eine arbeit, die man gerne mal vor sich herschiebt - etwa so, wie früher ein aktuelles portfolio zu haben. dummerweise. ich habe einfach lange zeit nicht über die digitale welt nachgedacht... tatsächlich hab ich eine hp-adresse reserviert, bin aber noch nicht dazu gekommen, sie mit content zu füllen.

das internet ist eine hervorragende möglichkeit für zeichner, sich dem kunden vorzustellen. viel besser als früher, als man mit einer dicken mappe rumlaufen musste... viel art directors googeln heutzutage einfach nach "illustrator" oder "comic", wenn sie nicht gerade jemanden für einen auftrag kennen. tatsächlich hilft es also, nicht nur eine hp, sondern auch einen myspace/facebook - account zu haben, für aktuelle sachen evtl. einen blog (wenn man die hp nicht selbst macht, ist das einfacher, als immer den webmenschen zu belämmern), und einträge auf communities wie Xing. dabei ist natürlich dann professionelles auftreten wichtig. z.b. auf jeder der angesprochenen sites tatsächlich unter dem gleichen namen/nick angemeldet zu sein. die meisten kunden verhandeln zudem lieber mit jemanden, dessen namen sie kennen, z.b. "kim schmidt" und nicht mit jemandem, der sich "kimonator-chan_2008Z" nennt und möglicherweise auch noch eine "lustige" biografie auf seiner hp hat...

hmm, wenn ich so viel darüber weiss, warum hab ich dann noch keine hp? *dampf*

Kim

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Freitag, 15. Februar 2008, 12:19

Zitat

kimonator-chan_2008Z

Den Künstlernamen muß ich mir merken. Is ja noch besser als Kim Kong. :D
Sag mal, findet man denn auch trotz fehlender website und neben den Mufis weitere Illus oder Comics von Dir im Netz?

s.dinter

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35

Freitag, 15. Februar 2008, 12:33

oh... hmm... ich bin halt wirklich so ein papiermensch...
unter http://soulmelon.k.plenum.de/news.html könnt ihr eine website sehen, die für t-mobile gemacht wurde, die illustrationen dazu sind von mir. das muss so 2005 gewesen sein.

unter www.hallo-benjamin.de findet ihr die homepage des kinder-kirchenmagazins benjamin, zu dem ich die hauptfigur, benjamin die kirchenmaus, gezeichnet habe. unter "wer macht benjamin?" kann man sogar mich selbst sehen *erröt*

auf http://www.swf3.de/fun/comix/ndungu/ seht ihr eine zeichnung, die zu einer radiocomedy von swr3 in auftrag gegeben wurden.

und auf http://www.gringo-comics.de/stripvertrie…orstellung.html seht ihr die charaktere und einige seiten aus ELLI SCOUT, einem wöchentlichen strip, den ich für die stuttgarter zeitung gemacht habe.

mehr wüsst ich grad auch nicht :(

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Karl

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36

Freitag, 15. Februar 2008, 13:34

Also das sind Sachen, die SOFORT auf eine Homepage gehören! Zumal du ja eh weißt, was man machen/vermeiden sollte...

Eine andere Frage noch: Was ist, glaubst du wichtiger, wenn man als Illustrator/Cartoonist landen möchte. Viele Stile/Richtungen beherrschen oder einen eigenen, unverwechselbaren Stil haben?

Und Kim Kong finde ich total gelungen! :D
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Karl« (15. Februar 2008, 13:35)


s.dinter

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37

Freitag, 15. Februar 2008, 13:43

@karl. danke fürs lob, das freut zu hören :)

die stilfrage ist immer schwierig. einerseits ist ein leicht erkennbarer stil etwas, das viele leser haben wollen. ist ja auch verständlich. andererseits: wenn du noch kein "großer name" im business bist, limitiert dich dein ganz persönlicher stil auf aufträge, die genau diesen stil vertrgaen. oder solche kunden. ich persönlich habe so zwei, drei varianten meines stiles, und kann dazu noch aquarellillustrationen und computergestützte zeichnungen anbieten. für meinen erfolg als comiczeichner bringt mir das nicht viel, wie gesagt, viele fans wollen, dass man immer genau gleich zeichnet. aber auf dem illustrationsmarkt kann ich mit einem breiter gefächerten angebot besser bestehen.

und ehrlich: eine weile lang wurde ich NUR wegen des MuFi- Stils gebucht... und das wird mir nach monaten des zeichnens auch einfach langweilig :D

Graymen

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38

Freitag, 15. Februar 2008, 13:56

Hi, grüß Dich!
Was wäre Dein Traumjob den Du gerne mal zeichnen würdest???
So ein persönliches Highlight!

s.dinter

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39

Freitag, 15. Februar 2008, 15:00

im moment? ich habe seit 2001 vier storyideen in meinem kopf, zu denen es auch skizzen, characters & so gibt - und ich komme einfach nicht dazu, die comics zu zeichnen. wenn mir irgendjemand ein halbes jahr finanzieren würde, wäre das mein lieblingsprojekt :D das sind drei sehr stille geschichten, vielleicht sogar ohne worte, und eine längere fantasy (gulp!) story. vielleicht komm ich ja doch naochmal dazu…

als ich angefangen habe, war es allerdings mein traum, ein jahr lang SPIDER-MAN zu zeichnen. 12 ausgaben spidey, das wär' ein traum gewesen...

dann gibt es eine kurzgeschichte von arthur conan doyle aus der prof. challenger-reihe, die ich gerne adaptieren würde. oh, und wenn terry pratchett endlich anrufen würde, damit ich seine scheibenwelt-romane adaptiere, wäre ich durchaus geneigt, mitzumachen... to say the least!

Kim

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40

Freitag, 15. Februar 2008, 15:48

Kenn ich. Vor lauter Zeichnerei kommt man nicht zum Zeichnen. :D
Aber was anderes: Erzähl doch noch mal was zu eurem Podcast, den ich sehr empfehlen kann und den man unter www.zwerchfell.de findet. Wie kam es dazu? Wer ist mit dabei? Wird es da weitere Folgen geben?

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