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Kim

großer Meister

  • »Kim« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 14. April 2004, 10:34

Volkers neues Comicbuch

"Ein Mann für Tante Käthe" heißt dein neues Buch, Volker, und erscheint in Kürze bei Rowohlt. Anscheinend also ist es wieder ein Fußballcomic? Worum genau geht es in dem Band? Ist es (wie "Bertis Buben" usw.) wieder in Teamarbeit entstanden?
Kann man vielleicht eine Arbeitsprobe sehen? :)

spon

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2

Mittwoch, 14. April 2004, 21:38

RE: Volkers neues Comicbuch

Zumindest der Anlass ist die Europameisterschaft 2004 in Portugal. Die Geschichte hab ich dieses mal auch selbst geschrieben: Es geht um zwei Freunde (Fritz und Walter), die Rudi helfen und "den deutschen Fußball retten" wollen. Durch Zufall entdecken sie Gregor, einen grunzenden Riesen, der filigranst fußballern kann. Die Geschichte erzählt, wie die beiden ihn tatsächlich in Rudis Team bringen - was aber die "Altstars" (allen voran natürlich Olli Kahn) nicht so witzig finden. Außerdem bekommt Fritz mächtig Ärger mit siener Freundin Vera, die nun ausgerechnet Gregors Schwester ist.
Es geht also mehr um das Thema Fußball, als das - wie in den bisherigen Büchern - über unsere Stars gewitzelt wird. Mir war wichtig, eine durchgehende Geschichte zu erzählen, die auch für nicht so eingefleischte Fans erfahrbar ist.
Und jetzt geh ich kurz essen, bin bald wieder da.
»spon« hat folgendes Bild angehängt:
  • kaetheU1.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »spon« (14. April 2004, 22:41)


herr klausson

unregistriert

3

Donnerstag, 15. April 2004, 10:44

hallo,

bin neu hier und finde ales sehr spannend.
wow, das neue buh von volker. sieht ja schon ganz vielversprechend aus und die story lässt allerlei gutes verhoffen.
erzähl doch mal ein wenig, wann wird das teil erscheinen? welchen umfang hat es?

erzähl doch mal, wie es war, dass buch selbst zu texten!

spon

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4

Donnerstag, 15. April 2004, 14:12

Das Buch hat 80 Seiten, ist "voll in Faabe" und kostet 8,90 Euros. Offiziell erscheint's Anfang Mai, wird aber wohl schon ab Ende nächster Woche in den Läden liegen.

spon

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5

Donnerstag, 15. April 2004, 14:18

Das Texten hat riesig viel Spass gemacht!!!
Ich war monatelang mit der Story im Hinterkopf umher geirrt. Irgendwann mußte ich sie dann ja für die Verlage aufschreiben - das flutschte wie ne Eins, ich war selbst überrascht.
Nach der Zusage von Rowohlt hab ich mich dann hingesetzt, den Plot vage auf die 80 Seiten verteilt, und dann gleichzeitig die Seiten gescribbelt und die Dialoge geschrieben. Das war mit Sicherheit der spannendste und kreativste Part des Buches. Danach kam ne Menge Handwerk... Aber auch beim Zeichnen fallen einem immer noch ne Menge Details ein, die man dann - fürs zweite und dritte Lesen :] - einfügt. Bin jedenfalls voll auf den Geschmack gekommen, solch längere Sachen zu texten. Ihr dürft gespannt sein :D

herr klausson

unregistriert

6

Donnerstag, 15. April 2004, 16:22

da ich nach wie vor der meinung bin, dass der comic ein narratives medium ist und daher auch viel mehr wert auf die erzählung gelegt werden sollte, werde ich das weitere treiben mit grossem interesse verfolgen.

aber was kann ich mir denn unter:
"den Plot vage auf die 80 Seiten verteilt"
vorstellen? wie gehst du dann vor? wird der plot in einzelne szenen unterteilt und diese dann auf 80 seiten gebracht?

und überhaupt kann man "comic-schreiben" lernen? in kursen? gibts noch ein forum das da heisst: www.comicschreibkurs.de?

gruesse aus dem sonnigen köln ;o)

Irma Vep

leeres Blatt

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7

Donnerstag, 15. April 2004, 17:43

Zitat

Original von herr klausson
... finde ales ...
... das neue buh ...


Tss, tss! Nee, Herr Klausson, so geht das aber nicht! Bisschen auf die Rechtschreibung achten, sonst können auch Ausdrücke wie das "narrative Medium" nix reissen ...

Dem Herrn Spon aber erstmal die herzlichsten Grüße und Glückwünsche zur Fertigstellung! Bei dem Thema aber auch keine Schwierigkeit, oder? ;) Wo Leidenschaft brennt ... :D

Tom Sausen

Tuscher

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8

Donnerstag, 15. April 2004, 18:09

Im Prinzip ists doch egal, ob man ein Buch schreibt oder eine Geschichte fürn Comic. Die Grundidee und der Grundplot werden doch ähnlich aufgeschrieben. Weiß man dann, wie viele Seiten man zur Verfügung hat.... schaut man, wie man die ganze Geschichte am besten verteilen kann. Macht auch Skizzen der Szenen und feilt an den Dialogen.
Oder man geht halt nach nen Script vor... meine Comicstrips basieren ja auch auf Skripte. Ich schreibe vorher die Geschichten und die Dialoge.... schreib wer was sagt und was die dabei tun und in welchen Panel sie was tun. Na und erst danach gehts bei mir ans Zeichnen.

oskar

Freihandkünstler

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9

Donnerstag, 15. April 2004, 21:53

Aber das Naming in den Sprechblasen unterscheidet sich doch schon ziemlich von Dialogen in Büchern, weil der Text in der Sprchblase möglichst kurz und treffend seien soll, damit es nicht zu große Sprechblasen das Bild in den Hintergrund rücken lassen, oder?

spon

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10

Donnerstag, 15. April 2004, 23:02

"Vage verteilt" heißt, dass ich mich nicht panelgenau festgelegt habe, weil das Timing eines Dialogs oder einer Handlung schon mal mehr oder weniger Panels (oder gar Seiten) erfordern kann als vorgesehen.

Mir war's wichtig, Scribbeln und Dialoge zusammen zu machen, damit mir die visuellen Möglichkeiten ständig vor Augen sind. Sonst labert man sich schnell einen ab und die Bilder illustrieren nur noch. Dabei wirds doch erst spannend, wenn Ungesagtes zu sehen ist - bzw. man sich Text sparen kann, weil das Bild das viel schöner erzählt. Aber ein Dogma darf man da nicht draus machen, es gibt immer Ausnahmen, hauptsache es dient dem Erzählten.

Der Text in den Blasen muss meiner Meinung nach "klingen", d.h. man muss ihn quasi hören. Also eher Theatertext, eher Drehbuch als Dialog im Roman. Bei meiner allerersten Comicseite wußte ich genau, was die Figuren sagen sollten - aber was sollte ich in die Blasen schreiben? Wie sagt man was, und genauso wichtig: wie sagt die entsprechende Figur, der Charakter das?? Hier wird viel verschenkt, auch und gerade bei Comic-Textern. Man denke an Schulze&Schultze: WIE sie reden ist Kult geworden. (Aber jetzt bitte keine Kult-Diskussion...)

spon

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11

Donnerstag, 15. April 2004, 23:06

Zitat

Original von Irma Vep
Dem Herrn Spon aber erstmal die herzlichsten Grüße und Glückwünsche zur Fertigstellung! Bei dem Thema aber auch keine Schwierigkeit, oder? ;) Wo Leidenschaft brennt ... :D

keuch! Also keine Schwierigkeit würd ich jetzt mal nicht unterstreichen. Von Weihnachten bis Ende Februar über 800 Stunden Arbeit - bitte nachrechnen. Da hat die Leidenschaft jedes ihrer Wortspiele mehr als verdient...

herr klausson

unregistriert

12

Donnerstag, 15. April 2004, 23:12

fussball und comics sind doch der leidenschaft genug, oder habe ich schwierigkeiten mit wortspielereien :D

denke aber darüberhinaus auch, dass die charakterisierung der figuren auch oftmals durch den text in der sprechblase festgelegt wird. daher ist die charakterisierung auch mal gut und mal weniger.

aber bei 800 std. hat man doch genügend zeit um am klang zu feilen.

spon

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13

Donnerstag, 15. April 2004, 23:12

Zitat

Original von herr klausson
und überhaupt kann man "comic-schreiben" lernen? in kursen? gibts noch ein forum das da heisst: www.comicschreibkurs.de?


Nee, das ist rrreines Talent, da sollten sie gar nicht erst mit anfangen, Herr Klausson :D :D :D.
Im Ernst: Eigentlich erschütternd, wie wenige wirklich überzeugende Autoren es im Comic gibt. Am besten lernen kann man es sicher, wenn man auch selbst gezeichnet hat, um sich all der Möglichkeiten der Comics - aber auch der Probleme - bewußt zu werden. Aber wie immer hängt das auch von der jeweiligen Autor-Zeichner-Beziehung ab. Gute Geschichten sind in jedem Fall immer noch rar - auch in anderen erzählerischen Medien. Das Wie ist sehr stark in den Vordergrund gerückt.

herr klausson

unregistriert

14

Donnerstag, 15. April 2004, 23:17

das verleitet mich sofort zu der frage:

welches sind ihre erzählerischen vorbilder im medium comic, herr spon?

spon

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15

Donnerstag, 15. April 2004, 23:37

Da muss ich dir eine klare Antwort ersparen. Es gibt eine Menge Comics, die ich sehr gut erzählt finde (Spiegelman, Cosey, Eisner, Baru, Goscinny, Gaiman, Moore - die üblichen Verdächtigen halt), aber z.B. auch viele, die einfach sehr gut für den entsprechenden Zweck erzählt sind, wie einige Spirou- oder Lucky Luke-Bände, aber auch die "Blauen Boys" oder einige Will/Desberg Sachen. Oder Flix' "Held". Und ich könnt noch mehr nennen (vielleicht gibts doch mehr gute Autoren.....), aber ich denke, dass Kino, TV und Bücher mich mindestens genauso beeinflußt haben, aber auch Theater (hab ich immerhin mal studiert) und Pantomime.
Wobei ich Tante Käthe nicht als Synthese bezeichnen würde... Ich bin da auch nicht sehr analytisch oder bewußt rangegangen, sondern eher intuitiv. Um dann hie und da einige "bewußte" Verbesserungen vorzunehmen.

herr klausson

unregistriert

16

Freitag, 16. April 2004, 00:06

schwierig, schwierig, ein comic ist also gut erzählt, das muss aber nichts mit dem text in den sprechblasen zu tun haben. oder doch?

rythmus spielt glaube ich eine wichtige rolle. wie die bilder miteinander kombinieren. und wie der text sich dem fluss der erzählung anpasst. dann hat der text noch die möglichkeit verschiedene akzente zu setzen.
ist das mit gut erzähltem comic gemeint?

intuition scheint mir für den kreativen prozess bei soviel vorüberlegungen doch am besten geeignet.

spon

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17

Freitag, 16. April 2004, 00:20

Zitat

Original von herr klausson
rythmus spielt glaube ich eine wichtige rolle. wie die bilder miteinander kombinieren. und wie der text sich dem fluss der erzählung anpasst. dann hat der text noch die möglichkeit verschiedene akzente zu setzen.
ist das mit gut erzähltem comic gemeint?


Rhythmus ist immer wichtig. Aber man kann einfach nicht sagen, so oder so ist DER gut erzählte Comic. Ich hab vor kurzem in einer Rezension über Satrapis "Persepolis" geschrieben: "Man könne auf die Idee kommen, sie mit Art Spiegelman's "Maus" zu vergleichen. Aber das würde weder der intellektuell reflektierten Erzählweise Spiegelmans gerecht werden noch der intuitiven Satrapis". Genauso wenig kannst du unterschiedliche Arten von Humor miteinander vergleichen - außer subjektiv.

Der Maßstab ist nicht das Medium Comic, sondern die erzählte Geschichte. Deswegen kann man so schlecht allgemeingültige Regeln aufstellen. Und auch nicht Text und Bild ohne weiteres trennen. Man kann aber immer Fragen: Hat er oder sie mit den eingesetzten Mitteln seiner Geschichte geholfen oder sie behindert - hat man überhaupt verstanden, was ihre oder seine Geschichte ist?!

...oder fehlt mir nur das wissenschaftliche Interesse? Vielleicht...

herr klausson

unregistriert

18

Freitag, 16. April 2004, 12:06

es ist weniger das wissenschaftliche interesse, sondern neugierde, wie kriterien geschaffen werden können. interessant an der rezension von dir (wo ist die erschienen?) ist natürlich der ansatz man kann nicht äpfel mit birnen vergleichen. der comic also als grosser obstsalat und nur der koch macht die raffinesse aus.

janz schön schwer für die kritiker, man kann sich leicht übersättigen :D

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »herr klausson« (16. April 2004, 12:10)


spon

Anspitzer

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19

Freitag, 16. April 2004, 12:36

Zitat

Original von herr klausson
es ist weniger das wissenschaftliche interesse, sondern neugierde, wie kriterien geschaffen werden können.


Jetzt machst du mich neugierig: Ist das Schaffen von Kriterien nicht ein wissenschaftlicher Ansatz??? :D ?( :D

herr klausson

unregistriert

20

Freitag, 16. April 2004, 14:56

die wissenschaften, die ich kenne, haben nur phänomene untersucht, denen war das leben so fremd, die wollten nicht noch urteilen :D

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