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exnihilo

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1

Montag, 3. März 2014, 18:27

Erfahrungen mit der (lokalen/überregionalen) Presse?

Hat jemand schon einmal versucht, seine Werke der lokale Journaille vorzustellen, oder überregional (Tageszeitungen/Wochenzeitungen/Sonntagszeitungen)? Meine Erfahrungen sind schlecht, oder sagen wir besser: es gibt keine Erfahrungen in dem Sinne, da ich niemals Antworten auf mein Portfolio bekommen habe, trotz Rückenwind in Form von "Vitamin B"...Kennt sich jemand damit aus? Hat vielleicht schon Erfolge erziehlt? Wie ist das mit der Syndikation (Bullspress z.Bsp.)?

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2

Montag, 3. März 2014, 19:10

Ich bin von der Presse (kleiner Lokaljournalist) und war auch schon mit meinen Comics in der Presse.

Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob Du Deine Strips (muß ich mir nachher noch genauer angucken) in der Zeitung abdrucken lassen willst, oder ob Zeitungen über Dich und Deine Comics berichten sollen. Comics in Zeitungen gibt's schon erfreulich häufig, aber meist läuft das über Agenturen, die Comics vielen Zeitungen anbieten und daher sehr niedrige Preise kalkulieren können. Kim hat allerdings positive Erfahrungen gemacht.

Wenn über Dich berichtet werden soll, will die Zeitung dafür einen Berichtsanlass. Das ist üblicherweise eine Ausstellung. Ich habe auch schon über Comicmessen berichtet und einmal (für die Kinderseite) über einen Zeichner, der mit Kindern zusammen einen Comic zeichnet. Einmal wurde über mich berichtet, als ich meine Comicsammlung in einem Keller verstaut habe - da wurde der Redakteur von der Menge meiner Comicbände angelockt. Natürlich wird eine Zeitung auch berichten, wenn Du irre erfolgreich bist und hunderttausende Bände verkaufst. Dann wirst Du als (lokale) Berühmtheit behandelt.

Du mußt bedenken, daß nach wie vor nur eine Minderheit der Leute etwas mit Comics anfangen kann. Für die meisten sind sie etwas sehr Exotisches oder sogar immer noch Schmutz und Schund. Das trifft auf Zeitungsredaktionen auch zu. Selbst wenn ein Redakteur selbst Comicfan ist, kann es leicht passieren, daß er vom Lokalchef oder Chefredakteur ausgebremst wird, der eher der Ansicht ist: Comics sind Quatsch.

Allerdings - wie gesagt: Ich finde, daß viele Zeitungen zumindest eine Comicecke haben; das ist wohl einfach Tradition. US-Zeitungen Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts haben tatsächlich mit Comics höhere Auflagen verkauft.

Kiwazo

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3

Mittwoch, 5. März 2014, 11:47

Ich schätze mal, dass Zeitungen, die reinen und seriösen Journalismus betreiben, eher Wert auf Karikaturen und politisches Kabarett legen.
Bei Zeitschriften, die sich eher einen gewissen Unterhaltungswert zuschreiben möchten, hat der geneigte Cartoonist wohl mehr Chancen. Und selbst dann muss die Thematik schon stimmen.

Ein niedliches Bonbon auf Reisen käme bei der Men's Health wohl weniger gut an als Cartoons, die Situationen aus dem Fitnessstudio aufgreifen ;)

Grundsätzlich finde ich sowas wie Bullspress natürlich nicht verkehrt, da diese Agenturen gute Kontakte zu allen möglichen Zeitschriften haben und deine Bilder gezielt und passend unterbringen können, wenn sich denn eine Plattform dafür findet.
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exnihilo

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4

Mittwoch, 5. März 2014, 19:48

Ich merke gerade, dass ich das gar nicht so leicht beantworten kann. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass meine Comicstrips von heute auf morgen neben den täglichen Cartoons von Perscheid, Hauck und Bauer, dem üblichen Hägar oder Calvin und Hobbes etc erscheinen werden. Ein Redakteur der lokalen Presse gab mir verschieden eMail-Adressen der Kulturredaktion (ebenso der Chefredakteur der Welt, den ich aus meinen aktiven Musikzeiten noch kannte...), also habe ich ein paar Strips überarbeitet, druckfähig gemacht (Texte gekürzt, Schrift vergrössert etc...) und ein Portfolio zusammen gestellt. Eine Antwort habe ich nie bekommen. Nun, ich bin dann allerdings auch nicht der Typ, der insistiert und alle zwei Tage nachfragt. Erhofft hatte ich mir eigentlich ein Feedback (positiv oder negativ), dass sich endlich einmal jemand aus der Materie mit meiner Arbeit auseinandersetzt. Selbst ein vernichtendes Urteil wäre immerhin eine Antwort gewesen.

Vielleicht stimmt es, was Peter geschrieben hat, Comics haben nicht den Stellenwert, den sie eigentlich haben sollten Darüber hinaus habe ich auch feststellen müssen, dass die viel gerühmte Viralität des Netzes zumindest in meinem Fall nicht existiert. Auf Facebook und nun auf Tumblr dümpelt "Lennerd & Leonie" unbeachtet vor sich hin. Zugegeben, ich weiss nicht, wie genau ich meine Comics "an den Mann" bringen kann, da selbst gezielte Postings auf verschiedenen Seiten ignoriert werden oder am Ende gar gelöscht. Alles in allem eine sehr desillusionierende Erfahrung. Allein das - wie ich finde - wichtige Auseinandersetzen in Form von Feedback oder Kommentaren findet schlichtweg nicht statt. Und, mal ehrlich, so überzeugt ich auch von meiner Arbeit bin, so sehr ich auch dahinterstehe oder sogar stolz darauf bin (mal abgesehen davon, ob ich meinen gesetzten Ansprüchen gerecht werde oder nicht), der Verleger oder Mentor, der vielleicht eine gewisse Qualität darin entdeckt und damit was anfangen kann, der wird nicht zufällig auf eine meiner Seiten kommen, nicht bei den zig Millonen anderen, weitaus besseren Zeichnern dieser Welt.

Dennoch finde ich es sehr zermürbend, wenn die lokale Presse über jeden gottverdammten Seniorentöpferkurs berichtet oder auf Facebook das 475ste Katzenfoto auf Teufel- komm-raus geliked, geteilt und umjubelt wird, während persönliche, gestalterische Arbeit in einer fast schon an Demütigung grenzender Art und Weise ignoriert wird.

Es gibt von Bill Watterson einen sehr schönen, sehr passenden Strip zu diesem Thema, in dem es darum geht, dass man eigentlich erst dann berühmt ist, wenn eine andere berühmte Person das verifiziert hat...

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5

Mittwoch, 5. März 2014, 20:00

Exnihilo, wenn's Dir hauptsächlich darum geht, berühmt zu werden, dann würde ich das nochmal überdenken. Das geht auch üblicherweise nicht über Comicstrips; die meisten versuchen das durch Anmeldung bei einer TV-Castingshow. :D

Aber im Ernst: Das ist eine Riesenarbeit, jeden Tag einen Strip abzuliefern. Ich glaube, Bill Watterson hat an einem Punkt dann bewußt gesagt: Ich steige da aus.

Wenn Du den Chefredakteur der "Welt" kennst, müßte das doch eigentlich die beste Voraussetzung sein, daß Du dort mal abgedruckt wirst. Wenn der Dir allerdings nur Mailadressen von anderen Leuten gibt, sehe ich das eher als Abwimmeln. Da würde ich an Deiner Stelle ihn zumindest mal fragen: Unter welchen Bedingungen kann ich mit meinem Strip in die Zeitung kommen? Der Kulturchef ist ein vielbeschäftigter Mann und bekommt täglich jede Menge Kram auf den Schreibtisch. Klar, daß der Deine Sachen erstmal auf einen großen Stapel legt und nach drei Tagen vergessen hat.

exnihilo

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6

Mittwoch, 5. März 2014, 20:17

Ahem, für 'ne Castingshow bin ich dann wohl zu alt. Und ich glaube auch nicht, dass Bill Watterson heutzutage seinen Strip noch verkaufen könnte...darum geht's auch nicht wirklich - ich bin eben ehrlich genug und verstecke mich nicht hinter so einer Floskel wie "nee, ich zeichne nur für mich selbst blabla..." Natürlich möchte ich, dass mein Zeugs gesehen wird, zerrissen, kommentiert, bejubelt - das ganze Programm eben. Nur weiss ich beim besten Willen nicht wie. ?( :S

Fraro

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7

Donnerstag, 6. März 2014, 02:07

Ich hab noch nicht nennenswert veröffentlicht. Ende der 80er/Anfang der 90er habe ich mal für unsere Lokale Tageszeitung einen wöchentlichen Cartoon / eine Karikatur angefertigt. Damit sollte immer ein lokales Ereignis kommentiert werden. Das hat auch Spaß gemacht- aber bezahlt wurde es sehr schlecht. Ich habe damals den gleichen Satz bekommen wie die Fotografen: Pro veröffentlichtem Bild 12.- DM. Damit kann man was anfangen, wenn man jeden Tag 10 Fotos im Blatt hat- aber wenn man dafür drei, vier verschiedene Zeichnungen anfertigen muß, damit die Redaktion Auswahl hat (und pro Zeichnung 1 - 2 Std. benötigt)- dann liegt der Stundenlohn bei Zwei DM (hey, Kids: Eine D-Mark wären heute rund 56 Cent). Ich habe damit aufgehört, als ich meine Ausbildung beendet hatte und wirklich berufstätig wurde.

DSann habe ich Mitte der 90er mal eine Weile für eine Werbeagentur gezeichnet. Das war zwar erheblich besser bezahlt- auf die Dauer aber sehr frustig. Die sagen Dir GANZ genau, WIE sie WAS haben wollen. Im Prinzip haben sie die Zeichnung im mKopf und brauchen nur einen Automaten, der sie zu Papier (bzw. in den Rechner) bringt. Ich hätte wohl trotzdem weitergemacht (schon wegen der Kohle: Die zahlten DM 450,- pro Zeichnung, und mein Beruf brachte mir seinerzeit DM 1.300,- netto ein), aber irgendwann ist das eingeschlafen. Die Cartoonzeit in der Werbung war wohl vorbei.

Heute veröffentliche ich nur noch auf meiner Website (okay: UInd bei Facebook). Da kann ich tun und lassen, was ich will- und kriege NIX mehr dafür. Bin aber auch niemandem verpflichtet.
Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner, grüner Haufen.
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8

Donnerstag, 6. März 2014, 14:39

@exnihilo:
Hast du eine Facebook-Seite, auf der du deine Bilder veröffentlichst?
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exnihilo

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9

Donnerstag, 6. März 2014, 17:34

Nee, meine FB Seite von "Lennerd & Leonie" hab' ich geschlossen nachdem ich monatelang mi 28 (!) Followern vor mich vegetiert bin. Und da es immer nur die gleichen 4 - 5 Personen waren, die überhaupt mal einen Strip geliked haben (Feedback oder Kommentare gab's natürlich nicht), meine Sachen aber schön in regelmässigen Abständen von einer bestimmten Person geklaut und unter seinem Namen veröffentlicht wurden und ich irgendwann merkte, dass es Viralität nicht gibt, hab' ich die Seite entfernt. "Perlen vor die Säue"!! 8)
Seitdem hänge ich bei tumblr rum und/oder hoffe, das meine Homepage mal den einen oder anderen Besucher abbekommt....

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Montag, 13. Juni 2016, 17:12

Das Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich würde es gerne noch einmal aufwärmen.

Wie der eine oder andere schon gesehen hat, zeichne ich Karikaturen. Ich habe in meinem Alter
keine Rosinen mehr im Kopf, aber könnte mir schon vorstellen, hin und wieder mal eine Zeichnung
von mir gedruckt in einer Zeitung zu sehen. Das man davon nicht mehr reich wird, das dürfte sich
sogar schon bis zu mir rum gesprochen haben. Aber es steigert doch den Marktwert im allgemeinen.

Also was habe ich gemacht. Ich habe eine Weblink erstellt und dort eine reihe Arbeitsproben von
mir hinterlegt. Dann habe ich angefangen Zeitungen (Redaktionen) mit etwa folgendem Inhalt
anzuschreiben. "Meine Name ist Thomas. Ich zeichne Karikaturen und würde gerne mal für ihre
Zeitung etwas zeichnen. unter www.der.weblink finden sie einige Arbeitsproben.
Das Ergebnis war, nun eher verhalten. Immerhin, eine Zeitung sagte ab und die lokale Presse
kam mit Journalist und Fotograf sogar ins Haus und sie brachten eine ganze Seite über mich und meine
Arbeit. War toll aber irgendwie nicht ganz was ich mir vorgestellt hatte.

Jetzt frage ich mich, wo war der Fehler? Wie stellt man sich bei Zeitungen richtig vor?
Sollte ich fertige Arbeiten zeitnah zu aktuellen Ereignissen an Redaktionen schicken
ohne irgendwelche vorherigen Absprachen oder wie macht man das richtig?

Würde mich wirklich über etwas Hilfe freuen.

LG Thomas

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Dienstag, 14. Juni 2016, 07:59

Unser großer Meister Kim hat schon mehrfach erzählt, daß er durch persönlichen Kontakt zu einem Redakteur in die Lokalzeitung gekommen ist. Das ist wohl der beste und sicherste Weg.

Ansonsten gilt: Redakteure greifen lieber zu Agenturangeboten (weil billiger) oder wollen Cartoons/Comics, die genau auf lokale Themen zugeschnitten sind. Vielleicht gibt Dir die Redaktion das Thema vor; vielleicht ist sie dazu zu faul und guckt nur: Paßt das zu unseren lokalen Themen oder nicht?

Für Dich heißt das: Du mußt den Kontakt suchen. Nicht bloß einen Brief oder ein Mail schreiben; das kann leicht in der Masse der Zusendungen, die eine Zeitung bekommt, untergehen. Lieber mal anrufen in der Lokalredaktion. Kann zwar sein, daß der Anruf zur Unzeit kommt oder Du nicht an den gerätst, der das entscheiden kann. Aber einen Versuch ist es wert, denke ich.

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12

Dienstag, 14. Juni 2016, 12:11

ok, Danke erst mal. Ich schau mich mal um, was es so für Agenturen gibt.
Vielleicht gibt es ja eine, die sich für meine Arbeiten interessieren würde.

LG Thomas

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