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Peter L. Opmann

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Mittwoch, 20. Mai 2020, 07:46

Finde ich gut! Nur Kopfschütteln über Verschwörungstheoretiker und Rechtsextremisten genügt nicht.

kurisuno

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Mittwoch, 20. Mai 2020, 12:36

Sehe ich auch so. Tolle gemacht, FrrFrr! :thumbup:
Never give up :thumbup:

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Sonntag, 12. September 2021, 02:35

Der sozialstaatliche Rundrücken

Da es das Phänomen des "Zeichnerbuckels" gibt (Isabel Kreitz etwa nahm mal in einem Interview einen solchen für sich in Anspruch), kein gaaanz abwegiges Thema in diesem Forum, hoffe ich. ;) Hier also der Anlass meiner Verärgerung:

Was zum Kuckuck hat verqueres neoliberales Propagandagequatsche in einem medizinischen Fachbuch zur Kyphosetherapie zu suchen?

Der Orthopäde Dr. med. Jürgen Zeiske nennt in seinem Buch "KYPHO®-Training - Das ganzheitliche Haltungsprogramm“ einen Menschen mit Haltungsschwäche der Einfachheit halber KYPHO, beschreibt ihn wie einen Schwachsinnigen, dessen Augen aufgrund der Fehlhaltung „seltsam leer“ seien und dessen Mund tendenziell leicht geöffnet sei, „wie wenn er etwas erwartet“. Und er vermutet, dass „hierin eine der Wurzeln für die verfahrene Situation unseres Sozialstaats“ liege, denn „es entwickelt sich eine Gesellschaft von „Schlaffis“.“ Er findet, „nun ist es an der Zeit zur Neuorientierung. Die Kassen des Sozialstaats sind leer, der Ruf nach mehr Eigenverantwortlichkeit der Menschen wird laut. Wer im KYPHO-Impuls festhält, kann dies nicht wirklich verstehen – und wird sich nur weiter über das Versiegen der äußeren Quellen beklagen.“ Also, die Kyphoschlaffis haben nicht nur ein Problem, sondern sind vor allem eins, wenn ich den Herrn richtig interpretiere.

Dass auch Menschen in den heilenden Berufen ein unheilvolles Menschenbild haben können, ist leider nichts Neues. Dieses Buch ist übrigens von 2007. Es erschien in einem Medizinverlag und es geriet mir auf einer Fachmesse für Berufe im Bereich Orthopädie und Rehabilitation in die Hände.

bene

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Sonntag, 12. September 2021, 14:47

Das dumme Gequatsche des Herrn illustriert ganz gut, warum ich meistens etwas misstrauisch werde, wenn ich das Wörtchen "ganzheitlich" lese - auch wenn's vlt. nicht immer berechtigt ist.
Wenn Krankheiten und Schmerzen zu einer Frage der "Lebenshaltung" und inneren Einstellung werden, wird's eben ganz schnell ideologisch.
Oder böse übersetzt: "Wer krank ist, ist selber schuld..."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bene« (12. September 2021, 19:09)


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Sonntag, 12. September 2021, 20:35

Oder noch böser: "Wer krank ist, hat sich genau diese Krankheit selbst ausgesucht."

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bene (12.09.2021)

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Samstag, 30. Oktober 2021, 03:36

Ich dachte bisher, das Ausmaß hasserfüllter Lynchmobs im Netz ziemlich zu kennen.
Aber diese beiden Artikel hier und hier haben mich doch einigermaßen erschüttert über den aktuellen Zustand unserer Gesellschaft & und das Wort "faschistoid" liegt durchaus nahe.
(Es geht um eine sozial etwas ungeschickte Person, die von abertausenden Leuten zunehmend systematisch vernichtet wurde und - wegen der Folgen - nun quasi im Knast sitzt.)
Ok, das hat jetzt leider nix mit Comics zu tun... :(

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Dienstag, 25. Januar 2022, 11:54

https://outinchurch.de/

Endlich!!!

Und jetzt noch massenhafte Streiks und Boykotte... okay, das wird in Rom auch nicht viel ändern, aber für die Beteiligten schon: mehr Freiheit, mehr Würde, mehr Klarheit, das ungewohnte Gefühl von Solidarität und noch mehr Zeug, was mensch braucht wie die Luft zum Atmen.

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bene (25.01.2022)

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Dienstag, 25. Januar 2022, 15:52

... Wollte sagen: das würde in Rom auch nicht viel ändern,...

bene

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Mittwoch, 26. Januar 2022, 01:21

Eine mutige und hoffnungspendende Aktion.

okay, das wird in Rom auch nicht viel ändern...
Ich frage mich halt auch, inwieweit eine Institution wie die römisch-katholische Kirche wirklich noch hilfreich reformierbar ist.
Eine Institution, in der ja noch nicht mal Mann und Frau gleichgestellt sind?
Eine Institution, die streng (männlich) hierarchisch nach oben geordnet ist bis hoch zu dem Mann mit dem großen Hut?
In der es schon als Anfall von Liberalität gewertet wird, wenn der Papst Homosexuelle zwar nicht "verurteilt" - aber ganz normal, geschweige denn irgendwie gleichwertig ist es trotzdem nicht?

Trotzdem ist die (katholische) Kirche immer noch ein großer gesellschaftlicher Faktor, z.B. in der Sozialarbeit.
Wenn sich hierzulande also etwas tut von innen, finde ich das nur gut.

Peter L. Opmann

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Mittwoch, 26. Januar 2022, 07:23

Die katholische Kirche verkündet ein falsches Evangelium. Das muß man als erstes festhalten.


Davon abgesehen tut sie viel Gutes, und ich kann mir nicht recht vorstellen, welche Probleme wir bei Kinderbetreuung, Krankenpflege und psychologischer Hilfe für viele hätten, wenn es sie nicht gäbe.

Ich habe das Gefühl, die Sache mit dem Kindesmißbrauch wird von interessierter Seite ideologisch benutzt. Denn es scheint ja, als habe es das nur in der Kirche gegeben, was sicherlich nicht stimmt. Allerdings verteidigen sich die Kirchenoberen sehr ungeschickt, weil sie gewohnt sind, daß sie wie feudale Herrscher unantastbar sind.

David Schwarz

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Mittwoch, 26. Januar 2022, 10:52

Ich frage mich halt auch, inwieweit eine Institution wie die römisch-katholische Kirche wirklich noch hilfreich reformierbar ist.

Die größte Reformation der katholischen Kirche hat ja schon vor 500 Jahren stattgefunden. Es hat aber ja schon damals etliche Leute gegeben, die eine so weitgehende Reform gar nicht wollten. Von daher wird die katholische Kirche wohl trotz allem in ihrer aktuellen Form noch eine Weile weiter existieren.

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Mittwoch, 26. Januar 2022, 20:13

(...) es scheint ja, als habe es das nur in der Kirche gegeben, was sicherlich nicht stimmt.


Das ist aber Unsinn. Über die Jahre wurden viele Institutionen ans Licht gezerrt, fast immer durch mutige Betroffene: Schulen, auch freie wie etwa die reformpädagogische Odenwaldschule, Sportvereine, Behinderteneinrichtungen, egal welcher Träger, ob kirchlich, staatlich, frei. Ich finde, es wurde schon deutlich, dass es überall passiert, wo ein starkes Machtgefälle und/oder eine Art eigene Gesetzgebung ohne Kontrolle von außen existiert. (Der bei weitem häufigste Missbrauch findet allerdings eher im privaten Umfeld der Schutzbefohlenen statt.)

Aber eigentlich möchte ich lieber nochmal auf die Outing-Aktion der LGBTIQ+Kirchenbediensteten hinweisen und den Film "Wie Gott uns schuf" empfehlen. Nebenbei: Hier wird auch deutlich, wie perfide die Kirche als Arbeitgeberin agiert. Aber das wusste ich auch schon vorher, dass im sozialen Bereich erstaunlich unsozial mit Untergebenen umgegangen wird.

https://www.ardmediathek.de/video/wie-go…Zl9kaWVfZG9rdQ/

Peter L. Opmann

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Mittwoch, 26. Januar 2022, 22:13

Komisch... mir sind nur die Skandale der katholischen Kirche im Gedächtnis geblieben...

bene

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Donnerstag, 27. Januar 2022, 00:36

Hab mir den Film angesehen.
Ich finde es schon ein Unding, dass die Kirche - auch in sozialen Einrichtungen, Krankenhäusern etc. - im Arbeitsrecht Dinge festlegen darf, die normalerweise wg. Diskriminierung klar ausgeschlossen sind.
Also der Krankenpflegerin z.B. verbieten, mit einer Frau zusammen zu leben (oder von ihr verlangen, dies quasi geheim zu halten).
Da wäre es mMn auch am Gesetzgeber das zu ändern und nicht länger zu dulden.
Zumal diese Einrichtungen - nebenbei gesagt - ja zum übergroßen Teil auch von öffentlicher Hand getragen werden.

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